Während ABA in den USA, in England und in Norwegen bereits seit einigen Jahren weit verbreitet ist, hat ABA im übrigen Europa als wirksame Therapieform bei Autismus erst nach einem langwierigen Prozess an Anerkennung zu gewinnen begonnen. Bis im Jahr 2002 war es nur denjenigen Eltern möglich, ABA Programme durchzuführen, welche in der Lage waren, Nachforschungen in Englisch zu tätigen und auf eigene Rechnung externe Supervisoren zu engagieren.
Wir gehörten zu den ersten Familien, die 1999, kurz nachdem unser Sohn mit Autismus diagnostiziert worden war, ein ABA Programm in der Schweiz begannen. Unsere Internet-Nachforschungen hatten ergeben, dass ABA bei weitem die best dokumentierte Therapie darstellte. Wir kontaktierten daraufhin einen Berater aus Norwegen, welcher zusammen mit Ivar Lovaas an der UCLA gearbeitet und selber Studien zu ABA publiziert hatte. Nachdem wir über Zeitungsinserate eine Gruppe von potenziellen Therapeuten gefunden hatten, führte der Berater mit uns allen einen zweitägigen Workshop durch. Danach konnten wir unser Therapieteam zusammenstellen und das ABA Programm starten. Unser Team (zu dem auch wir Eltern gehörten) arbeitete danach während 2 Jahren jeweils 33 Stunden pro Woche mit unserem Sohn. Der Berater kam jeweils zweimal pro Jahr in die Schweiz und half uns, das Programm anzupassen und Probleme zu lösen. Unser Sohn machte von Beginn weg kontinuierlich Fortschritte und war in der Folge in der Lage die erste Primarklasse in Begleitung einer Therapeutin zu besuchen.
Der Erfolg unseres Programms hat dazu geführt, dass andere Familien sich dafür zu interessieren begannen, ein eigenes Programm zu starten. Der gleiche Berater führte in den folgenden zwei Jahren mit weiteren Familien Workshops und Supervisionen durch. Zwei unserer Therapeuten konnten dank ihrer mittlerweile grossen Erfahrung damit beginnen, andere Familien zu unterstützen – und dies zum ersten mal auch in Schweizerdeutsch. Seit 1999 sind allein in unserer Gegend mehr als 30 Kinder nach dem ABA Ansatz therapiert worden.
Im Jahr 2003 sandte das KJPD (Kinder und Jugendpsyhiatrische Institut der Universität Zürich) zwei ausgebildete Psychologinnen an die LIFE clinic in New Jersey (eine ABA Klinik, welche nach dem Lovaas Prinzip arbeitet), um dort eine Zusatzausbildung in ABA zu erhalten. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz haben sie mehrere ABA Programme im Raum Zürich gestartet. Das heute kleine Team hofft, sich erweitern zu können um das wachsende Bedürfnis nach ABA Programmen abdecken zu können. (www.kjpd.zh.ch/autismus)
Auf den folgenden Seiten haben wir die heute angebotenen Modelle für ABA Therapien dargestellt.